Andreas Mones

Die Kritik des Ereignisdenkens
Eine Kollision mit Heideggers Spätphilosophie

Über dieses Buch:

In Die Kritik des Ereignisdenkens wird die vorangegangene systematische Arbeit inhaltlich weitergeführt, indem die Spätphilosophie Heideggers in Bezug zur Topoheuretik gesetzt wird. Es soll gezeigt werden, daß das Ereignisdenken Heideggers, jedenfalls in seiner theoretisch relevanten Dimension, das Problem der Verbindlichkeit philosophischen Darstellens als zentrales Thema hat. Dabei gilt es, die Spätphilosophie insbesondere gegen ihre bisherige Interpretation entweder als Geschichtsontologie oder als historischer Relativismus zu retten, jedoch nicht um ihrer selbst willen, sondern um sie in der Kollision in die Topoheuretik zu verwandeln. Die Topoheuretik kämpft damit, bezogen auf die Verbindlichkeitsfrage, weiter ihren Kampf gegen den Gedanken einer Verzeitlichung des Philosophierens — für den einer Verräumlichung: die Frage nach der Wahrheit / Verbindlichkeit ist keine der Zeit, sondern eine des Ortes. Es geht um die Ortnungen des Philosophierens, nicht um seine Geschichte. Bevor die Kollision durchgeführt wird, kommt es zu zwei Annäherungen an die Spätphilosophie mittels einer Auseinandersetzung mit Heideggers vorkehrigem Philosophieren, um zu zeigen, warum die Kehre sich von den Möglichkeiten der Topoheuretik abkehrt und in die Ortlosigkeit führt. Die erste Annäherung behandelt die Begriffe Sein, Zeit und Entwurf; die zweite Annäherung beschäftigt sich mit Heideggers Interpretationsstrategie und der damit zusammenhängenden Frage nach der Verbindlichkeit philosophischer Darstellungen. Die Kollision selbst wird im wesentlichen anhand der ausgedehnten Lektüre des Aufsatzes Heideggers Zeit und Sein durchgeführt, kontrastiert mit den anderen wichtigen nachkehrigen Schriften (z.T. solchen, die jetzt erstmalig im Rahmen der Gesamtausgabe letzter Hand vorliegen). Das letzte Kapitel geht der Frage nach dem Verhältnis der Philosophie als theoretischem Darstellungsgeschäft und dem Menschen als sterblichem Wesen nach und zeigt, daß auch das Geviertdenken diesen schmerzenden Riß zwischen Denken und Lebensvollzug nicht zu schließen vermag.

© by Unverzagt Verlag, 1999.
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